Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34/20 - 04.08.2020
Immer mehr Grundsicherungsempfänger im Alter

Senat muss Altersarmut bekämpfen

Angesichts einer weiter steigenden Zahl von Senior/-innen, die Grundsicherung beziehen, fordert Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger den Senat auf, Altersarmut wirksam zu bekämpfen.

„Seit Jahren steigt die Zahl der armen Rentner/-innen in Hamburg und die Entwicklung wird durch Corona noch verstärkt. Wer heute seinen Job verliert oder als Selbständiger keine Aufträge mehr hat, wird das später bei der Rente merken. Gerade Frauen, die während der Pandemie wieder verstärkt Sorgearbeit übernehmen müssen, stehen vor diesem Problem. Die Einkommenslücken von heute führen morgen zu Mini-Renten oder direkt in die Altersarmut.“

Laut Statistikamt ist in Hamburg haben 2019 rund 27 600 Frauen und Männer Grundsicherung erhalten. Das sind vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. 54 Prozent davon sind Frauen.

„Rot-Grün hat sich im Koalitionsvertrag einiges vorgenommen, um Armut zu bekämpfen und auch die soziale Teilhabe von Älteren zu stärken. Jetzt gilt es, diese Vorhaben auch umzusetzen“, so Karger.

Der DGB Hamburg fordert, das Problem von Armut im Alter auf drei Ebenen anzugehen:

- Mehr Unterstützung für die aktuell Betroffenen: Zum Beispiel durch einen finanziellen Aufschlag auf die Grundsicherung, mehr bezahlbaren Wohnraum, der alters- und alternsgerecht ausgebaut wird und mehr Vergünstigungen, zum Beispiel beim öffentlichen Nahverkehr.

- Maßnahmen gegen prekäre Beschäftigung, Tarifbindung steigern und Arbeit alternsgerecht gestalten: Karger: „Gute Löhne und ordentliche Arbeitsbedingungen sind der beste Schutz vor Altersarmut. Doch in der Arbeitswelt ist leider viel zu oft noch das Gegenteil normal: In Hamburg arbeitet jede/r siebte zu einem Niedriglohn. Gleichzeitig sind Beschäftigte durch ihren Job oft so ausgepowert, dass sie vorzeitig in Rente gehen müssen, was sich erheblich auf die Rentenhöhe auswirkt.“

- Soziale Armut bekämpfen: Durch die Corona Pandemie mussten viele Ältere ihre Kontakte erheblich einschränken, waren mit Einsamkeit konfrontiert. Deswegen ist eine Ausweitung der aufsuchenden Seniorenarbeit wichtig, auch wenn sie unter den aktuellen Bedingungen nicht einfach umzusetzen ist.


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