Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 33/20 - 30.07.2020

Warnung vor sozialer Spaltung auf dem Ausbildungsmarkt

Zum Start des Ausbildungsjahres am ersten August ruft Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger Arbeitgeber dazu auf, mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen und nicht beim Angebot zu kürzen.

„Wegen der Corona-Krise wird in vielen Betrieben gespart. Doch das darf nicht auf dem Rücken der jungen Menschen geschehen. Wer in die Jugend investiert, sichert auch langfristig die Zukunft des eigenen Unternehmens.“

Laut der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen ist das Angebot an Ausbildungsstellen seit Oktober 2019 um 13,3 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig gäbe es auch einen Rückgang an Bewerber/-innen um 10,2 Prozent.

„Unter der Verknappung der Ausbildungsplätze leiden besonders Real- und Hauptschüler. Diese haben in Hamburg ohnehin schon einen schweren Stand, weil Betriebe oft eine Bestenauslese betreiben. Diese Situation wird durch die Pandemie noch verstärkt. Die soziale Ungleichheit wächst auch auf dem Ausbildungsmarkt“, so Karger.

Unter den aktuellen Bedingungen dürfe zudem die Ausbildungsqualität nicht leiden, so Karger weiter. „Trotz Hygiene-Vorschriften und Einschränkungen sollte jeder Betrieb bestmögliche Bedingungen für seine Azubis anstreben. Dazu gehört eine vernünftige Betreuung, ein Ausbildungsplan, die Einbindung von digitalen Inhalten und der Verzicht auf Überstunden oder ausbildungsfremde Tätigkeiten.“ Der im Februar veröffentlichte Ausbildungsreport der DGB-Jugend hat gezeigt, dass es in vielen Betrieben noch deutliche Mängel und Verstöße gibt.

Ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Ausbildungsbedingungen sei das ab dem 1. August gültige BonusTicket für den öffentlichen Nahverkehr. Damit fahren Azubis für umgerechnet einen Euro pro Tag. Um das Ticket zu bekommen, müssen Unternehmen aber einen Zuschuss gewähren. „Das BonusTicket ist ein großer Gewinn für die autofreie Mobilität der Auszubildenden und eine finanzielle Entlastung. Alle Betriebe sollten es ihren Azubis anbieten“, so Karger.


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