Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 22.05.2008

Hamburger Ausbildungsbetriebe jammern auf hohem Niveau

„Das Verwöhnprogramm, das die jahrelange Massenarbeitslosigkeit den Arbeitgebern bescherte, hat bei Hamburger Ausbildungsbetrieben offenbar eine wirklichkeitsferne Anspruchshaltung wachsen lassen“, kritisierte Olaf Schwede, Sprecher der DGB-Jugend Hamburg, die jüngsten Arbeitgeber-Klagen über eine mangelnde Ausbildungsreife Hamburger Jugendlicher. Hier werde auf sehr hohem Niveau gejammert. Der Ausbildungsplatzmangel der vergangenen Jahre und die starke Nachfrage aus dem Umland hätten zu einer Rosinenpickerei durch zahlreiche Arbeitgeber geführt. Langsam müssten auch Hamburger Ausbildungsbetriebe wieder einsehen, dass ein Tischler- oder Bankkaufmann-Auszubildender nicht unbedingt das Abitur und zwei Fremdsprachen benötige, sagte Schwede.
Potential für ausreichend Auszubildende gebe es genug: „Allein in der Berufsvorbereitung und in den Berufsfachschulen befinden sich in Hamburg aktuell über 15.000 Jugendliche. Auch Jugendliche mit Realschul- oder Hauptschulabschlüssen müssen in Hamburg eine Chance auf Ausbildung haben. Hier sind Hamburgs Unternehmen gefragt Perspektiven zu eröffnen“, betonte der Sprecher der DGB-Jugend.
Deutliche Kritik übt die Gewerkschaftsjugend auch an der Erwartungshaltung der Unternehmen, nicht selber aktiv nach Nachwuchs suchen zu müssen. So ergab die regionale Hamburger Auswertung einer in dieser Woche veröffentlichten Deutschlandweiten Umfrage des DIHK, dass nur 40% aller Unternehmen regelmäßig ihre freien Stellen der Arbeitsagentur melden, nicht einmal 20% der Unternehmen schreiben ihre offenen Stellen im Internet aus oder suchen die Hilfe der Kammern. Weniger als 15% schreiben ihre offenen Ausbildungsplätze in Printmedien aus . Schwede hierzu: „Wenn hier Arbeitgeber meinen, dass ihnen die Jugendlichen auf der Suche nach Ausbildungsplätzen hinterherlaufen müssen, dann dürfen sie auch nicht über fehlende Bewerbungen klagen. Sie würden gut daran tun, auch einmal ihre eigenen Schwächen zu hinterfragen.“

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