Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 07/24 - 05.03.2024

Equal Pay Day 2024

Wenn Frauen morgen ihr Lohn-Silvester feiern, ist Equal Pay Day: Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen im Durchschnitt arbeiten müssen, um das zu verdienen, was Männer bereits am Ende des Vorjahres verdient haben.

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen stagniert bei 18 Prozent. Im Jahr 2023 betrug der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen 4,46 Euro pro Stunde. Im Jahr 2022 lag die Differenz noch bei 4,31 Euro pro Stunde. Deutschland hat die dritthöchste Lohnlücke in der Europäischen Union.

Tanja Chawla, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Hamburg, ist alarmiert: „Die geschlechtsspezifische Entgeltlücke ist nicht nur ein Problem für die Existenzsicherung von Frauen, sondern hat auch Auswirkungen auf ihr Armutsrisiko im Alter. Bundesweit sind 2,7 Millionen Frauen von Altersarmut bedroht. Trotz Vollzeitarbeit wird jede Dritte voraussichtlich weniger als 1.000 Euro Rente erhalten. Jede zweite Rentnerin hat derzeit weniger als 1.250 Euro im Monat zur Verfügung. Bei steigenden Mieten und Inflation - was bleibt da zum Leben?“

„Das wirksame Mittel, um die Lohnlücke deutlich zu verringern, sind Tarifverträge, denn Frauen verdienen in tarifgebundenen Betrieben durchschnittlich 3,70 Euro pro Stunde mehr als Frauen in nicht tarifgebundenen Betrieben. Tarifverträge schaffen Transparenz, Sicherheit und Planbarkeit und begrenzen Willkür. Wir haben die klare Erwartung an den Gesetzgeber, hier endlich zu handeln und mit einem Tariftreuegesetz dazu beizutragen, die diskriminierende Lohnlücke zu schließen“, so Hamburgs DGB-Vorsitzende.

Zudem müsse die überwiegend von Frauen geleistete Arbeit besser bezahlt werden. „Die Entlohnung und die Arbeitsbedingungen in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Soziales müssen verbessert werden, um den Gender Pay Gap zu schließen, aber auch um dem Fachkräftemangel in diesen Bereichen zu begegnen“, so Chawla. „Die bestehenden Fehlanreize im Steuer- und Sozialrecht müssen beseitigt und es muss grundsätzlich mehr für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie getan werden“, betont die DGB-Vorsitzende.

Bis zur Geschlechtergerechtigkeit ist noch viel zu tun. Deshalb trifft sich der DGB Hamburg mit feministisch engagierten Frauen* dieser Stadt am 7. März im Musiksaal des Gewerkschaftshauses zu einem WarmUp zum Internationalen Frauentag, um Pläne zu schmieden und sich zu vernetzen. „Wir freuen uns über die große Resonanz auf unsere Einladung. Dass die Veranstaltung bereits ausgebucht ist, zeigt das große Bedürfnis der Frauen* miteinander zu diskutieren, wie das Ruder für Frauen* auf dem Arbeitsmarkt herumgerissen werden kann“, sagt Tanja Chawla.


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